Perimeterschutz mit Wärmebildkameras – Videoüberwachung im Außenbereich

Aktualisiert: 06.01.2019    Autor: Torben Vanselow über den Autor

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Autor: Torben Vanselow
War bisher u.a. tätig bei Mobotix AG, Prosegur GmbH, Ideal CCTV LTD (Schottland) u.a. in Position / Verantwortung: Projektkoordinator Videoüberwachung (VÜA), Hauptverantwortliche Fachkraft VÜA (BHE), Fachplaner VÜA (BHE) jeweils deutschlandweit. Referent für technische Seminare VÜA und BDM VÜA Deutschland-Mitte. Geschäftsführer.

Diese Seite befasst sich mit dem Elektronischen Teil (Sicherheitstechnik/ Videoüberwachung Außenbereich) eines ganzheitlichen Perimeterschutz/Objektschutz-Konzepts. Dieser hat sich in jüngster Vergangenheit in vielen Szenarien zum wichtigsten Teil des Konzepts entwickelt.

Nahezu alle Baumaßnahmen und Mechanischen Sicherungs-Elemente im Außenbereich (!) lassen sich zu einfach überwinden. Elektronische Sicherheitstechnik muss darauf abzielen, ein Eindringen in den Perimeter schnell und zuverlässig zu detektieren und zu melden!

Elektronische Sicherheitstechnik muss darauf abzielen, ein Eindringen in den Perimeter schnell und zuverlässig zu detektieren und zu melden

Nur so können rechtzeitig Interventions-Maßnahmen eingeleitet werden, bevor Stufe zwei erreicht wird: der Einbruch und/oder Schaden auf dem Gelände. Weitere Information zu Baulichen Maßnahmen, Umfriedungen, Zutrittskontrolle und Sicherheitskonzepten finden Sie auf der Seite vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Heute nutzen fortschrittliche und informierte Planer die neuesten Errungenschaften der Technik, um ihren Endkunden ökonomische und höchst-zuverlässige Lösungen anzubieten.
Dies betrifft zuallererst die Thermalkamera (Wärmebildkamera).

Perimeter- und Objektschutz - schematisch

Lange Zeit zum Objektschutz nur militärischen Einrichtungen und Großkonzernen vorbehalten, sind Jahre nach dem Eintritt in den kommerziellen Sektor, die Anschaffungskosten nun drastisch gesunken.

Einsparungen von 75% von Anschaffungs- und Wartungskosten 

Bei Verwendung dieser Methode für den Perimeterschutz, sind Einsparungen von 75% der Anschaffungs- und Wartungskosten, im Vergleich zu traditionellen Systemen, ein realistischer Ansatz!

 

Die überzeugenden Vorteile von Wärmenildkameras im Perimeterschutz

 Hohe Zuverlässigkeit - wenige bis keine Fehlauslösungen

Da Mensch und Umgebung immer stark unterschiedliche Temperaturen emittieren, ist eine ideale Kontrastbildung dauerhaft gewährleistet. Diese ist die Grundlage für eine zuverlässige Videoanalyse (intelligente Algorithmen zur Erkennung von Bewegungen). Auch treten die üblichen Störeinflüsse, welche Überwachungskameras häufig mit Fehlalarmen bescheren, bei dieser Lösung nicht auf, bzw. haben keinen Effekt

Es werden keine supplementären Anlagen benötigt

Im Gegensatz zu herkömmlicher Videoüberwachung, wird keine Beleuchtung benötigt. Thermalkameras funktionieren in Dunkelheit genauso wie im Tageslicht - wenn nicht sogar noch besser (die Umgebung ist noch kühler als der Mensch)

Es werde keine Detektoren, Erschütterungssensoren, Bewegungsmelder oder Lichtschranken benötigt (begründet in Punkt 1 - Hohe Zuverlässigkeit)

Ökonomische bis kleine Leitungsnetze und geringe Tiefbauarbeiten

Die langen Detektions-Reichweiten von Wärmebildkameras von bis zu Kilometern entlang einer geraden Zaungrenze (Mobotix S16-Thermal mit 2 x 7 Grad Thermal-Sensoren und einer Empfindlichkeit von 0,05 Grad Celsius), reduzieren die benötigte Anzahl der zu verkabelnden Positionen. Da keine weitere Sensorik eingesetzt wird, ist es mit einem PoE-Netzwerk-Anschluss je Kilometer dann auch getan. In einigen Fällen macht eine elektrische Versorgung durch örtliche Alternative Energiequellen Sinn. Besonders, wenn diese mit WLan-Brücken Kombiniert werden.

Ökonomisches Leitungsnetz

 

Beim Objektschutz nur intelligente Videoüberwachung verwenden

Professionelle Wärmebild-Kameras verfügen bereits über alle benötigten Videoanalyse- und Signalisierungs-Funktionen - direkt integriert in das Gehäuse. So trumpft zum Beisbiel die Mobotix M16-Thermal unter anderem mit dem folgenden integrierten Funktionsumfang:

  • Ein Optischer Sensor, sowie auch ein Thermal-Sensor in einer Kamera (!)
  • Integrierter Hochleistungs PC (Dual Core)
  • Videoanalyse - Alarmierung bei Objekten, die sich in Richtungen bewegen
  • Redundante Speicherung auf SD-Karte
  • Zwei-Wege Audio-Kommunikation über integrierten Lautsprecher und Mikrofon
  • Diese nutzbar über App, Web, Video-Management-Software, Browser oder Kamera-internen Zip-Klienten (VOIP)
  • Supplementärer PIR Bewegungsmelder und Erschütterungs-Sensor zum Schutz vor Sabotage
  • Kann direkt und ohne Wähl-Gerät auf Notruf und Service Leitstellen (NSL) aufgeschaltet werden
  • Kameras diesen Typs können sich gegenseitig überwachen und bei Sabotage Aktionen durchführen
  • Äußerst hohe IT-Sicherheit. Unzählige Zertifikate, Verschlüsselungen und IT-Sicherheitsfunktionen
  • Einfache Integration in andere Anlagen (über Netzwerk-Schnittstelle, MxBus, Schaltkontake, Netzwerk-Nachrichten

 

Intervention durch Aufschaltung auf NSL, Mobile App und Lautsprecher

 

Traditioneller Perimeterschutz

Traditionell wurden beim Perimeterschutz (und werden leider häufig noch immer ) sehr kostenintensive Lösungen implementiert. Ein großer Teil dieser Kosten entstand hier bei der aufwendigen Verkabelung.

Dass hochwertige Sensoren, Lichtschranken, Radar und Videoüberwachung ihren Preis haben, ist natürlich gerechtfertigt. Allerdings kamen bei traditionellen Perimeterschutz-Lösungen einfach sehr viele solcher Komponenten vor. Für ein mittelständiges Unternehmen stand eine solche Investition außer Frage.

Andere “Spar Lösungen” wie der Erschütterungs-Sensor-Schlauch am Zaun, waren zwar immer sehr günstig in der Anschaffung, beinhalteten aber auch drei Schwächen:

  Sehr anfällig für Fehlalarme

Ganz besonders bei starkem Wind. Ich habe bei schlechtem Wetter schon ganze Notruf und Service Leitstellen (NSL) handlungsunfähig gesehen - die aufgeschalteten Systeme belegten dauerhaft alle Leitungen

  Zu große Zonen

Abgesicherte Zonen (Zaunstrecken) sind in der Regel viel zu groß, um eine PTZ-Kamera präzise und eingeschränkt genug, auf den auslösenden Bereich einschwenken und hineinzoomen zu lassen

  Blinde Alarme oder hohe Kosten

Um nicht nur “Blinde Alarme” zu generieren, werden weitere kostenintensive und Wartungs-lastige Schwenk-neige-Kamera-Technik, eine gute Beleuchtungsanlage und ein großflächiges Leitungsnetz samt Erdarbeiten benötigt

 

Außenüberwachung Autohaus mit Thermalkameras

Wärmebildkameras sind die optimale Lösung zur Videoüberwachung von Fahrzeugen im Außenbereich. Die Dichte der ausgestellten Fahrzeuge ermöglicht bei Autohäusern oft eine Erfassung von mehreren Hundert PKW je Wärmebildkamera!

Die Dichte der ausgestellten Fahrzeuge ermöglicht es hunderte von Fahrzeugen mit nur einer Kamera zu überwachen 

Diese Kombination aus abzusichernden Wert/m2 und der Eigenschaft der thermalen Videoüberwachung, große Flächen überwachen zu können, macht das System zu der derzeit ökonomischsten Lösung - mit den geringsten Anschaffungs- und Wartungskosten je Fahrzeug.

 

Perimeterschutz Autohaus - 400 Fahrzeuge

 

Intelligente Modelle inkludieren bereits alle, über das Thermal-Video hinaus benötigten Technologien. Somit entfällt in der Beispielabbildung oben die Notwendigkeit von Servern, Lautsprechern und Wählgeräten.
                   

Kostenbeispiel für eine Komplettlösung:

∼ €5000,- Thermal- und Optische Kamera in einem (zwei Sensoren)

∼ € 300,- Montage, Leitungsnetz (70 m Cat VII) und Anschluss

∼ € 150,- Einstellen und Inbetriebnahme