Die Mobotix Kamera: Profi Überwachungskamera – deutscher Hersteller

  Aktualisiert: 06.01.2019    Autor: Torben Vanselow über den Autor

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Autor: Torben Vanselow
War bisher u.a. tätig bei Mobotix AG, Prosegur GmbH, Ideal CCTV LTD (Schottland) u.a. in Position / Verantwortung: Projektkoordinator Videoüberwachung (VÜA), Hauptverantwortliche Fachkraft VÜA (BHE), Fachplaner VÜA (BHE) jeweils deutschlandweit. Referent für technische Seminare VÜA und BDM VÜA Deutschland-Mitte. Geschäftsführer.

Profi-Kamera

Mobotix-Kamera

Dezentrales Konzept: Die Software wohnt in der Kamera!
Keine beweglichen Teile
Made in Germany

Sicherheitskameras gibt es in allen Preis- und Qualitätsklassen - bei Suchen im Internet sind aber vor allem chinesische Billigangebote zu finden. Was macht also eine richtige Profi-Überwachungskamera aus?

Alle Informationen sind auf Sicherheitskameras aller Hersteller anwendbar. Zur praktischen Veranschaulichung, wird uns heute die M16 des deutschen Herstellers Mobotix als Beispiel für eine Profi-Kamera dienen.

Integrierte Videoanalysen

heute sollte eine Profi Überwachungskamera definitiv über Intelligenz verfügen. Geben Sie sich hier auch nicht mit einer normalen Bewegungserkennung zufrieden. Diese stützt sich lediglich auf Pixel-Veränderungen im Bild, kann die Gründe für die Veränderungen jedoch nicht interpretieren.

Profi-Überwachungskameras nutzen wegen der hohen Falsch-Alarmrate keine unintelligente Bewegungserkennung. Intelligente Videoanalyse reduziert Fehl-Auslösungen um 95% 

Was ist das Resultat?  Hunderte von Fehlauslösungen pro Tag und vor allem pro Nacht-  bei Lichtveränderungen, bei Wind im Garten, bei vorbeifahrenden Autos und so weiter.  Das Herz unserer Beispiel-Kamera ist ein Linux-basierter Dual-Core Computer.  

Unter anderem befindet sich hier der sogenannte MxActivitySensor -  ein Objekt Bewegungsanalyse-Algorithmus. Dieser reduziert Fehlalarme um gut 95%, indem er Objekte analysiert und auslöst, wenn sich diese  in Richtungen bewegen (vs. auf der Stelle wackeln Schnee  etc.).

Da dieser Hochleistungs-Prozess bereits auf der Kamera bearbeitet wird, kann ein zentrales Speichermedium, wie ein Server oder einen NAS, drastisch reduziert werden. Lesen Sie zu diesem Thema - dezentrale Videoüberwachung gerne mehr im entsprechenden Artikel über Überwachungskamera-Aufzeichnung.


Lichtempfindlichkeit

Natürlich nützt die höchste Auflösung nichts, wenn aufgrund mangelnder Beleuchtung nichts zu erkennen ist.

Hier sollte man bei der Wahl der richtigen Kamera aufpassen nicht “hinters Licht geführt” zu werden. Statische Bilder bei Lux Werten von 0,x  und niedriger, kann jede günstige Kamera generieren, solange die Belichtungsgeschwindigkeit manipuliert werden kann.

So ist es im billig-Segment nicht unüblich, dass Kameras bis zu mehreren Sekunden "warten und Licht sammeln", bevor diese Energie auf ein Einzelbild angewendet wird.  

Lichtempfindlichkeit

Höchste Lichtempfindlichkeit

Der Moonlight-Sensor von Mobotix
50 X empfindlicher als der Vorgänger
die Lichtempfindlichkeit ist nahezu ausgereizt!

Lassen Sie sich nicht von einem Bild hinters Licht führen - die Lichtempfindlichkeit können Sie nur anhand von Bewegungen im Video bei schwacher Beleuchtung beurteilen 

Dieses Bild macht sich dann hervorragend in einem Produktkatalog oder auf einer Online-Shopping-Seite. Zeigte man ihnen jedoch das tatsächliche Video, dann wären sie  enttäuscht. Eine oder mehrere Sekunden  Licht auf dem Bildsensor zu sammeln, bevor das Bild generiert wird bedeutet auch, dass die gesamten Bewegungen dieses Intervalls in einem Bild dargestellt werden.  Sie kennen bestimmt die typischen verschwommenen Fotografien von schnell vorbeifahrenden Zügen.

Wahrscheinlich würden Sie bei solch langsam-belichtenden Billig-Modellen aber die gesamte Bewegung des Einbrechers durch die Kamera-Szene nur als schmierigen Nebel erkennen. Unsere Beispiel Kamera die Mobotix M16 verfügt über einen der lichtempfindlichsten Bildsensoren weltweit. Der sogenannte Moonlight-Sensor 6 Megapixel, löst den vor erst wenigen Jahren zuvor entwickelten 5 Megapixel Sensor ab und übertrumpft diesen mit einer ca. 50 mal höheren Lichtempfindlichkeit.

Hier zwei Demo-Test-Bilder einer Mobotix-Kamera bei völliger Dunkelheit

Demo Test-Bild bei Nacht / völliger Dunkelheit


 Zur Bildrate ( wie viele Bilder pro Sekunde)

Drastisch überbewertet wird bei Sicherheitskameras immer wieder die Wichtigkeit der maximalen Anzahl an Bildern, die diese pro Sekunde erzeugen kann. Die sogenannte Echtzeit Geschwindigkeit von 25 Bildern pro Sekunde, welche immer wieder in Ausschreibungen gefordert wird, findet in professionellen Video Sicherheitssystemen gar keine praktische Anwendung.

25 Bilder pro Sekunde werden in Sicherheitsanwendungen äußerst selten angewendet. Im Schnitt stellen Profis 6-12 Bps ein 

Auf nahezu allen Platinen der Kameras aus dem Günstig-Segment,  sind elektronisch getaktete Hardware-Komponenten zur Komprimierung der Videodaten verbaut. Bei den meisten Differenzbild-Verfahren, wie z.b. h.264 sind die meisten Bilder tatsächlich nur Berechnungen und Schätzungen des Codecs.

Werden diese Elemente auf 25 Bilder pro Sekunde getaktet, sind unter diesen eventuell nur zehn oder weniger Bilder vorhanden, die auf tatsächlichen Bild-Informationen des Sensors beruhen.  Auch sind diese Bauteile nicht in der Lage zu erkennen, ob tatsächlich genügend Daten für weitere Bilder vorliegen -  es werden ganz einfach 25 Bilder pro Sekunde erzwungen.

Machen sie doch gerne mal einen kleinen Test und zählen Sie bis 1. - schwups eine Kamera hat 25 5-Megapixel Bilder generiert.  Sind diese wirklich notwendig?  Hätten nicht auch sechs gereicht? Zumindest repräsentiert letzteres die Meinung der Mehrheit aller Überwachungskamera-Profis, die ich in den letzten 15 Jahren kennengelernt habe.  

Bei Hohen Auflösungen sollte die Bildrate ökonomisch gehandhabt werden. Das ganze Bild im Auge behalten: Netzwerklast und Speicherkapazität 

Schließlich lösen sich all diese Bilder nicht in Luft auf, sondern müssen auch über Ihr Netzwerk gestreamt werden. Wie sieht das denn jetzt bei 30 Kameras aus? Wie eine solch exorbitante Netzwerklast verhindert werden kann, können Sie gerne in einem anderen Artikel über dezentrale Aufzeichnung von Videoüberwachungskameras lesen.

Nun lösen sich aber all diese Bilder auch im Netzwerk nicht  in Luft auf -  sie werden gespeichert. Fazit zur Bildrate:  meiner Meinung nach sollten Sie sich mit sechs bis acht Bildern pro Sekunde zufriedengeben und viel Geld an Infrastruktur und Speichermedien einsparen.  Diese Anforderung erfüllt heute fast jede Kamera, aus dem Einsteigerbereich - wie auch die aus der Profi-Liga. Natürlich gibt es immer Ausnahmen:  eine Anwendung die meist hohe Bildraten benötigt, ist die Vermeidung von Trickspiel-Betrug in Casinos.


Profi Überwachungskamera definitiv ohne Wlan!

Natürlich möchte der Eigenheimbesitzer, oder Mieter, das Verlegen von Leitungen und den damit verbundenen Schmutz und Lärm gerne umgehen. Also wird online fleißig nach Kameras ohne Strom oder WLAN Kameras gesucht. Möchte man sich jedoch für eine Profi Überwachungskamera entscheiden, sollte man solche Abkürzungen tunlichst vermeiden. Vom Qualitätsaspekt aus funktionieren solche Systeme selten zufriedenstellend.

Bei WLan eingeschränkte Reichweite und signalhemmende Baustoffe in Wänden nicht unterschätzen. Die Verbindung ist stärker beansprucht als beim normalen Surfen

Gerade wenn man durch mehrere Wände Funken muss, wird die Bandbreite dünn. Verschiedene Baumaterialien verfügen über unterschiedliche signalhemmende Eigenschaften. Hierüber wird sich im Vorfeld aber meist ungenügend informiert und der Käufer steht vor vollendeten Tatsachen. 

Was genauso oft vergessen wird, wenn nach Kabellosen Kameras gesucht wird,  ist die Tatsache, dass diese nach wie vor eine Stromversorgung benötigen.  Muss also eine Versorgungsleitung verlegt werden dann macht eine WLAN Kamera schon keinen Sinn mehr.

Da gäbe es höchstens noch die Möglichkeit der Verwendung einer WLAN Kamera mit integriertem Akku. Da diese Akkus aber regelmäßig aufgeladen werden müssen und häufiges manuelles Eingreifen erfordern, sprechen wir auch hier nicht von einer Profi Überwachungskamera.

Das Risiko eines Kamera-Ausfalls, bedingt durch einen leeren Akku, z.B. während eines verlängerten Urlaubs ist gepaart mit dem erhöhten Wartungsaufwand kaum tragbar.

Auch WLan-Kameras benötigen eine Leitung für die Stromversorgung 

Mindestens genauso wichtig ist der Sicherheitsaspekt. Nicht nur können sich in der Nähe befindliche WLAN Router ihrer Nachbarn störend bemerkbar machen. Auch eine vorsätzliche Sabotage stellt heute überhaupt keine schwere Aufgabe mehr dar.

Kleine mobile Störsender für die Standard Frequenzen 2,4 Gigahertz und 5,8 Gigahertz, sind heute für schon 10 $  im Doppelpack erhältlich.  Die  notwendige  finanzielle Aufwendung für die Sabotage eines Sicherheitssystems sollte doch zumindest im Verhältnis zur Investition stehen.


Auflösung 

Die ersten rein technischen Kriterien sind Auflösung und Lichtempfindlichkeit.  Sicherlich haben Sie schon oft in den Nachrichten, oder in der Zeitung unscharfe und nicht verwendbare Video-Beweisbilder gesehen. Dies liegt vor allem an der Tatsache, dass noch immer weit über 80% der in Deutschland installierten Kamerasysteme, auf  veralteter Analogtechnik basieren.

Aufzeichnungen dieser alten Systeme haben typischerweise eine Auflösung von 0,1 bis 0,4 Megapixel. Professionelle Überwachungskamera-Systeme  gehen heute aber mit Auflösungen von 5 Megapixeln oder mehr an den Start.

Heute sind  2 Megapixel aufwärts die Norm (bei Mobotix derzeit 6 Megapixel) - es geht um die Erfüllung von DIN-Normen für Erkennung über große Flächen oder Distanzen 

Wozu benötigt man eine so hohe Auflösung? Inzwischen international gültige Normen, setzen z.B. mindestens 125 Pixel pro Meter in einer Szene (z.B. Über ein Gesicht) voraus, damit ein Video Beweis vor Gericht zum “Erkennen” oder “Wiedererkennen” zugelassen wird.

In vielen Fällen wird sogar der Standard “Identifizieren” gefordert, welcher zweihundertundfünfzig Bildpunkte pro Meter voraussetzt. Aus Auflösung und Kamera Bildwinkel ergibt sich somit die maximale Distanz, bis zu welcher diese Standards erfüllt werden können. So musste man bei den meisten Analogkameras quasi innerhalb einiger weniger Meter Entfernung zu der Kamera stehen um zulässiges Beweismaterial zu produzieren.

Heutige Profi-Überwachungskameras wie z.B. die Mobotix M16 schaffen es sogar mit einem 90° Extrem-Weitwinkel-Objektiv immer noch an die 15m weit den Standard “Erkennen” zu erfüllen. In der Praxis bedeutet dies eine stark reduzierte Anzahl an benötigten Kameras und eine hohe Einsparung an Montagekosten und am Leitungsnetz.

Hohe Auflösungen reduzieren die Anzahl der benötigten Kameras 


Videoüberwachung & Cyber-Security

Eine cyber-sichere Profi-Kamera

Netzwerk-Sicherheit zertifiziert von SySS GmbH, dem Marktführer für Penetrationstests in Deutschland

IT-Sicherheit / Hacker Attacken

 Es hat angefangen. Nach sprichwörtlich Tausenden von Meldungen in den weltweiten Medien, über erfolgreiche Hacker-Attacken auf Import-Kameras aus Asien ist es nun soweit.

Eine öffentliche-, staatliche-, und militärische Organisation nach der anderen, setzt “unprofessionelle” Kameras auf die Sperrliste.

Unter den unsicheren Kameras waren auch hochpreisige Modelle, welche sich nach genauerem Hinsehen nicht als Profi Überwachungskameras  entpuppten. Ist die Hack-Sicherheit der Kamera ein wichtiges Kriterium für Sie? Dann schauen Sie sich einmal einen kleinen Auszug der schönen Funktionen anhand unserer Beispiel-Kamera M16 an:

Penetration-Testing

Eine legale Hacker-Agentur versucht regelmäßig unerlaubten Zugriff auf die Kamera Plattform zu bekommen und teilt der Mobotix Entwicklungs-Abteilung etwaige Lücken im Sicherheitssystem mit

Sicheres abgespecktes Linux Betriebssystem

Es laufen keine unnötigen Services im Hintergrund. Häufig sind Services beliebte Angriffspunkte von Hackern. Auf den meisten Betriebssystemen laufen bis zu 100e von  Dienstprogrammen im Hintergrund, welche für die Funktion der laufenden Anwendungen überhaupt nicht erforderlich sind

SSL 

Verschlüsselte Verbindungen zwischen Kameras, Nutzern, Klienten und Speichermedien

Zusätzliche Verschlüsselung des Videostreams

Dies macht eine unbefugte Einsicht der Videodaten nahezu unmöglich da der verschlüsselte Stream zusätzlich ja schon auf einer verschlüsselten Verbindung läuft.  Sogar unbefugter Zugriff von Insidern an lokalen Netzwerken, mit Informationen über die Sicherheitseinstellungen des Netzwerkes, ist so mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen

Multible Webserver-Ports

Zwei frei definierbare Webserver Ports. Der Standard HTTP-Port 80 kann verändert - oder für lokale Zugriffe genutzt werden. Ein zweiter Webserver-Port steht für Zugriffe seitens der Firewall zur Verfügung. So können klassische Scans und Attacken auf Standard-Ports gestoppt werden.

 Vieles mehr

Das Administrator Passwort, wenn vergessen, kann  ohne Rücksendung der Kamera an den Hersteller, weder Software- noch hardwareseitig zurückgesetzt werden

Als Schutz gegen physische Angriffe verfügt die M16 über einen Erschütterungssensor.  Somit können bei Sabotage versuchen Alarmmeldungen an andere Kameras, Klienten, voice-over-IP /SIP  Adressaten, Fritz Fon, Netzwerkmeldung-empfangsfähige Systeme und vieles mehr versendet werden.

 


Ausfallsicherheit

Eine Profikamera wie die M16 ist serienmäßig mit einer SD-Flash Karte ausgerüstet. Fällt einmal das Netzwerk aus, wird die Aufzeichnung auf der SD-Karte fortgeführt. Bei Wiederherstellung der Netzwerkverbindung, wird diese dann automatisch nach-archiviert.

Des Weiteren können sich Kameras einer solchen Qualität regelmäßig gegenseitig an-pingen und Alarm geben, sollte eine Kamera nicht mehr antworten. Von großem Nutzen ist auch die Zwei-Wege Audiokommunikation, welche mittels integriertem Systemlautsprecher einen großen Abschreckungseffekt auf mutmaßliche Eindringlinge haben kann.

Ich hoffe Ihnen hiermit einen guten Eindruck aus der Profiwelt vermittelt zu haben. Sehen Sie sich jetzt, mit diesen Einblicken frisch im Gedächtnis, gerne noch mal eine 50 $ Kamera an. Ich denke jetzt können Sie gut unterscheiden.