Schwellenwert VM uns AS nicht ausreichend?

Dieses Thema enthält 5 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Torben Vanselow vor 1 Monat, 2 Wochen.

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  • #21304

    daniel.wittich
    Teilnehmer

    Da Herr Vanselow schon auf Youtube so wertvolle Tipps gegeben hat (danke dafür!) versuche ich mein Glück mal hier da ich gerade etwas mit unserer Q25M kämpfe.

    Situation: Ich möchte zwei Eingangstüren überwachen und bei Bewegung die Aufnahme auslösen. Das funktioniert soweit ganz gut nur das ich, wie oben erwähnt mit den Schwellenwerten nicht klar komme. Vielleicht sind die Voraussetzungen auch einfach nicht ideal. 

    Ich versuche den Video Bewegungsmelder (VM) und MXActivitiySensor (AS) zu nutzen. Der Hintergrund ist sehr Dunkel so dass als Unterschied, bei dunkler Kleidung,  nur Kopf und Hände einen Kontrast ausmachen. 

    Im Diagramm erhalte ich für AS kaum Ausschlag so dass auch mein Schwellenwert 0 nicht anschlägt. 

    Für VM, ist es korrekt das der niedrigste Schwellenwert bei ca. 20 liegt?

    Vielen Dank für jeden Tipp, Daniel

    #21308

    Torben Vanselow
    Keymaster

    Hallo Daniel,

    die programmiertechnischen Antworten zum VM zuerst – dann mein genereller … Senf 😉

    Der Schwellenwert: bei der Mobotix VM (Video-Motion-Detection) unterscheiden wir zwischen Angaben zur Fläche und der Empfindlichkeit.

    Fläche: Es ist möglich einen %-Wert hinsichtlich des Anteils eines Fensters zu definieren, welcher sich verändern muss, bevor eine Auslösung erfolgen kann. Theoretisches (!) Beispiel: deckt ein VM-Fenster ca. 1 m2 ab und ich habe a=50% definiert, wird ein Mensch (von Oben gesehen) mit ca. 50 cm x 30 cm theoretisch schon nicht mehr auslösen, selbst wenn er voll in das Fenster geschritten ist.

    Empfindlichkeit: Ein Wert von 0-99 – je niedriger der Wert, desto empfindlicher die Auslösung

    Nein – 20 ist nicht der niedrigste Wert für die Empfindlichkeit des VM – er ist der Standardwert, sofern kein anderer Wert angegeben wird. 

    Füge Fläche (a) und Empfindlichkeit (s) Deinen VM-Fensterkoordinaten wie folgt hinzu:

    0,100,100,250,250,a=25,s=15,col=blue,id=5

    Dieses Beispiel erzeugt auf Sensor 0/Null (rechter Sensor in Kamerablickrichtung bei Dual- und einziger Sensor bei Monokameras) 100 Pixel nach Oben und nach rechts von der unteren, linken Ecke des Live-Bildes, ein 250 x 250 Pixel großes VM-Fenster. Mindestens 25% der Fensterfläche müssen sich ändern, damit eine Auslösung erfolgen kann. Dieser gesamte Algorithmus hat eine Empfindlichkeit von 15 (ziemlich empfindlich).

    (am=95 ist ein weiterer Parameter, welcher zur Vermeidung von Fehlalarmen hinzugezogen werden kann, aber hier nicht zum Tragen kommt. Verändern sich mehr als 95% der VM-Fenster-Fläche, etwa durch drastische Veränderung der Lichtverhältnisse, wird eine Auslösung unterdrückt.)

    „Mein Tipp für allerhöchste Empfindlichkeit: Erzeuge ganz viele sehr kleine VM-Fenster, anstelle weniger großer Fenster!!!“

    Es verbleiben bzgl. AS & VM zwei Faktoren, welche häufig bei der Planung nicht bedacht werden:

    Beleuchtung: Videoanalyse benötigt Kontrast, Kontrast und nochmal Kontrast! Darum ist die Mobotix-Wärmebildkamera ja so erfolgreich auf dem Weltmarkt. Bei optischen Kameras benötigen wir Licht. Natürlich helfen fortgeschrittene Kenntnisse und folglich optimale Einstellung der Belichtung etc. auch etwas.

    Bewegung/Strecke/Geschwindigkeit auf dem Bildsensor: Diese ist abnehmend bei zunehmendem Objektiv-Winkel (oder abnehmender Brennweite). Mach das Beste draus – aber ich verplane hemisphärische (360 Grad) Kameras ausschließlich als Überblick-Kameras. Im Außenbereich gehe ich sehr selten über 90 Grad, um eine realistische Tiefen-Empfindlichkeit zu erhalten.

    #21331

    daniel.wittich
    Teilnehmer

    Da hatte ich nicht nur einen „missing link“ sondern gleich mehrere. 

    Jetzt läuft es prima.

    Vielen Herzlichen Dank!

    P.S. Kaffee schwarz oder mit Milch? 😉 

    #21333

    Torben Vanselow
    Keymaster

    Das freut mich Daniel!

    Und danke für den Kaffee – ist angekommen – mit Milch war richtig 😉

    #21739

    MobotixFan
    Teilnehmer

    Hallo Torben,

    folgendes Szenario: Im Blickfeld einer Kamera befindet sich eine Solarleuchte mit Bewegungsmelder. Bewegt sich bei Dunkelheit etwas in deren Nähe, so schalte die Leuchte für ca. eine Minute ein. Für die Mobotix-Kamera (6MP, Farbe) ist die Helligkeit ausreichend, um noch sinnvolle Aufnahmen zu erhalten, auch wenn die Helligkeit dann immer noch mit 0.0 lux (laut Platzhalter ^IR) angegeben wird. Mobotix-Kameras sind ja standardmäßig so programmiert, dass sie bei Helligkeitsschwankungen nicht auslösen sollen. In diesem Szenario würde ich aber gerne die Aufzeichnung starten, sobald die Solarleuchte anschaltet. Kurzzeitig ist dann ein Frame komplett weiß überbelichtet, beim zweiten/dritten Frame nach dem Einschalten hat sich dann die „Belichtungszeit“-Steuerung eingeschwungen. Diese „Helligkeitssprünge“ sollte man doch irgendwie für ein Ereignis nutzen können.

    Welche Einstellungen (a=, am=, s=) würdest Du für ein VM-Fenster, das hauptsächlich die Leuchte beinhaltet wählen? „$postfilter=0“ verwende ich bereits, aber das Anschalten der Solarleuchte wird dennoch nicht zuverlässig erkannt. Meistens löst die Kamera nur in dem Moment aus, wenn die Leuchte sich wieder ausschaltet. Den Parameter „$limit“ habe ich bis jetzt noch nicht verwendet, könnte der noch helfen?

    Viele Grüße, ein MobotixFan

    #21744

    Torben Vanselow
    Keymaster

    Hallo MobotixFan!

    Hoppla – da müsste ich probieren, bin aber gerade dabei ein „richtiges“ Wochenende einzuläuten…

    … und die Sache scheint mir fast ein wenig zu wackelig / unzuverlässig, um darauf professionell antworten zu können.

    Vor ein paar Jahren wäre das sicherlich gegangen, aber mittlerweile passt sich eine Mobotix-kamera doch sehr schnell an eine Veränderung der Beleuchtung an. Ein, oder wenige Frames sind doch recht wackelig.

    Unter vorgehaltener Waffe… probieren würde ich anfänglich mit a zwischen 1 und 25, s zwischen 1 und 15 und $postfilter=0am würde ich in diesem Szenario definitiv komplett rauslassen = gar nicht setzen.

    Es darf kein Referenz-Fenster gesetzt sein!

    $limit – unwahrscheinlich, dass dieser Wert sich hier gewinnbringend auswirkt aber nicht auszuschließen.

    Der professionelle Weg:

    Umgebungs-Ereignis Beleuchtung erstellen. Gegebenenfalls in einem Meta-Ereignis mit Beleuchtungswert oder Kalender-Funktion koppeln, damit dieses nur Nachts aktiv ist.

    Damit dies funktioniert, muss sich der Lux-Wert in der Szene (tatsächlich aber nach Blende und nach Anpassung der Belichtungs-Steuerung) bei Einschalten der Beleuchtung um mindestens 0,1 Lux erhöhen – das muss doch möglich sein – oder anderen Strahler besorgen.

    Belichtungs-Steuerung hierbei:

    Achtung! Der Wert ^IR / die Werte des Umgebungs-Ereignisses Beleuchtung sind verfälscht = repräsentieren nicht den Lux-Wert der Szene.

    Was wird angezeigt? Der Lux-Wert auf dem Sensor nach Blende und allen beeinflussenden Funktionen wie Belichtungsgeschwindigkeit, Nachtsichtverbesserung, Verstärker etc.

    Hier benötigt man ein wenig Erfahrung, um zu gewährleisten, dass sich der Lux-Wert auch wirklich ändert und nicht auf den vorherigen runtergeregelt wird. Achtung! Alle Anpassungen werden natürlich auch das tatsächliche Bild beeinflussen. 

    Ein guter erster Schritt, welcher für die meisten Fälle schon ausreichen könnte:

    Belichtungsfenster auf eine bei Dunkelheit schlecht Beleuchtete Zone legen, welche aber auch für Tags anwendbar ist. Auf keinen Fall darf sich, in diesem Anwendungsfall, das Leuchtmittel / der Strahler direkt im Belichtungsfenster befinden.

    Idealerweise ist in Ihrem Falle auch der am stärksten beleuchtete Bereich ausgeschlossen – was natürlich zu einer Überbelichtung dieses Bereichs führen kann/wird.

     

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